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Terror – Darf man 164 Menschen töten, um 70.000 Leben zu retten? Recht sprechen, aber Mensch bleiben.

Foto: Joseph Ruben

Luftwaffenpilot Lars Koch – Jan Soba Foto: Joseph Ruben

Diese Frage wird im Stadttheater Bielefeld gestellt. Mit „Terror“ von Ferdinand von Schirach, einem bekannten Anwalt und zugleich erfolgreicher Autor, wird nicht nur ein großartiges Theaterstück gezeigt – nein, es regt ebenfalls zum Nachdenken an und das Publikum bestimmt, wie es ausgeht, ist aktiver Entscheidungsträger, spielt den Richter über das Leben von Lars Koch, einem intelligenten und nie negativ aufgefallenem Luftwaffenpiloten. Er beschloss, ohne dafür den Befehl von der Verteidigungsministerin erhalten zu haben, die von einem Terroristen entführte zivile Lufthansamaschine LH 2047, die auf dem Weg von Berlin nach München war, über einem Kartoffelfeld abzuschießen, bevor diese in die mit 70.000 vollbesetzte Allianz Arena stürzen konnte. Nun wird die Frage gestellt: Durfte er das? – Durfte er über Leben und Tod entscheiden? Durfte er 164 Menschen in der Maschine opfern, damit nicht 70.000 starben? Aber diese 164 Menschen, sie wären doch sowieso kurze später im Stadion bei dem Aufprall ums Leben gekommen?! Sie hatten noch gute fünf Minuten zu leben – was aber wäre gewesen, wenn sie noch eine halbe Stunde, eine Stunde oder einen Tag gehabt hätten? Und hätten die Passagiere es nicht eventuell noch aus eigener Kraft schaffen können, in das Cockpit einzudringen und die Katastrophe abzuwenden? Könnten alle noch leben? (mehr …)

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